Gebete zum Fest Christi Himmelfahrt Lesejahr C 2000

Tagesgebet

Allmächtiger ewiger Gott,
in der Himmelfahrt deines Sohnes hast du den Menschen erhöht.
Erfülle uns mit dem Geist der Erkenntnis und Offenbarung,
damit wir voll Freude Christus erkennen,
und öffne die Augen unseres Herzens,
damit wir verstehen zu welcher Hoffnung wir berufen sind
da du ihn zu deiner Rechten erhoben
und als Haupt über alles gesetzt hast,
Jesus Christus, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes
lebt und herrscht in Ewigkeit.

 

Nach der Kommunion

Jemand muss zu Hause sein, Herr, wenn du kommst.
Jemand muss dich erwarten, unten am Fluss vor der Stadt.
Jemand muss nach dir Ausschau halten
Tag und Nacht.

Wer weiß denn, wann du kommst?

Herr, jemand muss dich kommen sehen
durch die Gitter seines Hauses,
durch die Gitter -
durch die Gitter deiner Worte, deiner Werke,
durch die Gitter der Geschichte,
durch die Gitter des Geschehens
immer jetzt und heute in der Welt.

Jemand muss wachen unten an der Brücke,
um deine Antwort zu melden, Herr,
du kommst ja doch in der Nacht wie ein Dieb.

Wachen ist unser Dienst. Wachen.
Auch für die Welt.
Sie ist oft so leichtsinnig,
läuft draußen herum,
und nachts ist sie auch nicht zu Hause.
Denkt sie daran, dass du kommst?

Dass du ihr Herr bist und sicher kommst?

Herr,
und jemand muss dich aushalten,
dich ertragen, ohne davonzulaufen.
Deine Abwesenheit aushalten,
ohne an deinem Kommen zu zweifeln.
Dein Schweigenaushalten
und trotzdem singen.
Dein Leiden, deinen Tod mit aushalten
und daraus leben.
Das muss immer jemand tun mit allen andern
und für sie...(1)

 

 


 

Quellenangabe

1. © Walter, Silja: Das Kloster am Rande der Stadt. Zürich (Verlags AG Die Arche) 1980. 2 Auflage. Zitiert nach: Kehl, Medard: Und was kommt nach dem Ende? Von Weltuntergang und Vollendung, Wiedergeburt und Auferstehung. Freiburg, Basel, Wien (Herder) 1999, S. 111f.