Gebete zu Pfingsten 2001

Einleitung zur Messe/Kyrie:
Nicht an die Vielzahl, sondern die Vielfalt Gottes glauben wir. An Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes, wird das deutlich. Gott ist vielfältig und Beziehung. Daher kann er uns vielfältig seine Gaben schenken und können wir Gott in den vielen Formen der Liturgie feiern. Dennoch ist es ein Gott. Diesen Gott allein rufen wir an als Herrn unseres Lebens...

Gebet

Herr, gib uns Atem,
auf dass wir nicht atemlos werden im Laufe des Weges,
auf dass unsere Lungen stets
voller Odem und Leben seien.
Hilf uns, dass wir in ein Morgen gehen,
ohne rückwärts zu schauen
und die Anstrengungen zu scheuen.
Gib uns Atem, dass wir alles, was Menschen -
und auch du -
von uns erwarten, wahrhaft vermögen.
Gib uns Atem, um neu zu hoffen,
so als ob das Leben erst heute begänne.
Gib uns Hoffnung auch bei Sturm und Flut,
weil du da bist und wir auf dich hoffen.
So tragen wir in uns alle Hoffnung der Menschen,
aber auch alle ihre Qualen.
Gib uns Atem, deinen Atem, der vom Vater kommt,
deinen Geist, der weht, wo er will,
in Regen und Wind
oder im leichten Anhauch,
mit dem du uns einlädst,
deinem geistigen Fluge zu folgen.
Gib uns deinen Atem für ein Gebet aus der Tiefe,
ein Gebet, das du uns eingibst,
das in uns aufsteigt
und nach deiner Wiederkehr in Herrlichkeit ruft,
das sich sehnt nach der Fülle des Herrn.
(Kardinal Léon-Joseph Suenens)