Lesung zum Valentinssegen 2004

1. Lesung: Hohelied (Auswahl)
Evangelium: Joh 20,11-18
Er: Schön bist du, meine Freundin,
ja, du bist schön.
Du hast mir das Herz geraubt,
meine Schwester, meine Braut.
Du hast mir das Herz geraubt
mit einem einzigen Blick aus deinen Augen.

Sie: Mein Geliebter ist weiß und rot,
ist ausgezeichnet vor Tausenden.
Seine Augen wie Tauben an Wasserbächen.

Er: Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen,
die vom Gebirge Gilead hüpfen.
Wie eine Granatapfelscheibe schimmert deine Schläfe
hinter deinem Schleier hervor.
Wie eine karmesinrote Schnurr sind deine Lippen
und lieblich ist dein Mund.

Sie: Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen;
in Milch gebadet, sitzen fest.
Seine Wangen sind wie Balsambeete,
darin Gewürzkräuter sprießen,
seine Lippen wie Lilien; sie tropfen von flüssiger Myrrhe.

Er: Wie der Turm Davids ist dein Hals,
in Schichten von Steinen erbaut;
Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein,
wie die Zwillinge einer Gazelle, die in den Lilien weiden.
Wenn der Tag verweht und die Schatten wachsen,
will ich zum Myrrheberg gehen, zum Weihrauchhügel.

Sie: Seine Finger sind wie Stäbe aus Gold,
mit Steinen aus Tarschisch besetzt.
Sein Leib ist wie eine Platte aus Elfenbein,
mit Saphiren bedeckt.

Er: Alles an dir ist schön, meine Freundin;
kein Makel haftet dir an.
Verzaubert hast du mich, meine Schwester Braut;
ja verzaubert
mit einem Blick deiner Augen,
mit einer Perle deiner Halskette.

Sie: Die Schenkel meines Geliebten sind Marmorsäulen,
auf Sockeln von Feingold.
Seine Gestalt ist wie der Libanon,
erlesen wie Zedern.

Er: Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester Braut;
wie viel süßer ist deine Liebe als Wein,der Duft deiner Salben köstlicher als alle Balsamdüfte.
Von deinen Lippen, Braut tropft Honig;
Milch und Honig ist unter deiner Zunge.
Der Duft deiner Kleider ist wie des Libanon Duft.
Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut,
ein verschlossener Garten, ein versiegelter Quell.

Sie: Sein Mund ist voll Süße; alles ist Wonne an ihm.
Das ist mein Geliebter, ja, das ist mein Freund,

Evangelium: Die Erscheinung Jesu vor Maria aus Magdala: Johannes 20,11-18: Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Schwestern und Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.