Predigt zum 2. Sonntag nach Weihnachten 2004 (Johannes)

  • Ort: Universitätsgottesdienst, St. Ignatius, Frankfurt
  • Datum: 04.01.2004
  • Bibelstelle: Joh - 01,01-18

Geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort!"
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muss es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin,
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Dass deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreib getrost: Im Anfang war die Tat!

(Goethe Faust, Erster Teil, Studierzimmer)

1. Tat

2. Adam, Abraham, Taufe

3. Wort


Anmerkungen:

1. Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, Erster Band: Der Produktionsprozeß des Kapitals. Berlin (Ost) (Dietz) 1953, S. 92 (I. Buch, I. Abschnitt, 2. Kapitel: Der Austauschprozess. Marx zitiert Goethe im Zusammenhang des Prozesses der Verwandlung der individuellen Ware zu Geld durch einen gesellschaftlichen Prozess, der dem Einzelnen nicht bewusst wird. Er schließt den Absatz mit einem Mischzitat Aus Offb. 17,13 und 13,17)

2. Holk Cruse: "´Im Anfang war die That´ -- eine Hypothese zur Evolution der Kognition. In: Horst M. Müller und Gert Rickheit (Hrsg.): Neurokognition der Sprache, Stauffenburg Verlag, Tübingen, 2003. S. 319 - 338