Predigt zum Palmsonntag im Lesejahr B 2000 (Markus)

  • Ort: Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Slavgorod (Altai/Sibirien)
  • Datum: 16. April 2000
  • Bibelstelle: Mk - 14,01-15,47

1. Teilnehmer und Beobachter

2. Die Masse

3. Vor ihm das Knie beugen

 


 

Anmerkung:

Siehe Werfel, Franz: Das Lied von Bernadette, Roman. Freiburg (Herder) 1963

[Seite 320 XXVIII. Kap.] Über den Dichter Hyacinthe de Lafite:

"Der Literat würde niemals zugeben, dass die Erregung, die seit dem elften Februar Lourdes schüttelt, auch ihn nicht unberührt gelassen hat. (...) Es gibt auf der Welt keinen größeren Stolz als den des geistigen Menschen. Dieser mag hungern und obdachlos sein, dennoch fühlt er sich von Gott nicht auf die Bühne des Lebens gestellt, sondern in die Hofloge geladen. Das Bewusstsein, nicht zu den Spielern der Komödien zu gehören, sondern zu ihren teilnahmslosen Beobachtern, gibt ihm eine berauschende Überlegenheit, die selbst ein entbehrungsreiches Leben erträglich macht. Der Geistige sieht in sich nicht das Geschöpf Gottes, sondern den Gast Gottes. Mit dieser erhabenen Stellung kann sich freilich kein Kaiser und kein Papst messen. Und dass sie den Menschen meist verborgen bleibt, das mehrt noch ihre heimliche Köstlichkeit. Deshalb betrachtet Hyacinthe (...) die Affäre, die sich zwischen Bernadette, der Dame und den Mächten dieser Welt abspielt, von der unermesslichen und eisigen Höhe des absoluten Geistes herab, der das menschliche Leben nur mit dem spielerischen Lichtstrahl der Ironie berührt. Lafite dünkt sich, mit einem Wort, selbst wie Gott, an den er nicht zu glauben meint."