Alpha-Kurs – 2. Abend 14. Mai 2003 – Stichpunkte
Wer ist Jesus Christus?
Jesus hat als Kind des Volkes Israel gelebt
a) Historisch gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass am Beginn des ersten Jahrhunderts ein Mann mit Namen Jesus aus Nazareth gelebt hat, der als Prediger und Wundertäter in Israel gewirkt hat und aufgrund seiner Predigt am Kreuz hingerichtet wurde. Trotz seiner Hinrichtung haben sich seine Anhänger nicht zerstreut, sondern mit großem persönlichen Einsatz und Erfolg bezeugt, dass er auferstanden sei.
b) Der Glaube der Christen und das Neue Testament ruhen daher auf dem Glauben des Volkes der Juden auf. Die Heiligen Schriften der ganzen Bibel (jüdische Bibel und Neues Testament) sind Dokumente historischer Erfahrung und ihrer Deutung. Juden und Christen glauben, dass Gott in der Geschichte wirkt.
c ) Der Text des Neuen Testamentes ist im Vergleich zu anderen antiken Texten sehr gut dokumentiert und kann im Wesentlichen zuverlässig als Text gelten, wie er ca. zwischen 50 und 100 nach Christus verfasst wurde.
d) Die Evangelien sind vier einander ergänzende Texte, in denen die junge Kirche zuverlässig das Zeugnis der Apostel widergegeben gefunden hat. Ein Evangelium ist nicht ein nackter historischer Bericht, sondern ist Zeugnis über die Erfahrung, dass der historische Jesus der von Gott verheißene Messias (griech: Christus, dt: Gesalbter) ist. Die Evangelien und die anderen Texte des neuen Testamentes geben ein deutliches Bild von dem Charakter, der Verkündigung, den Taten und dem Schicksal dieses Jesus.
 
  Jesus war ein Mensch, von der Geburt bis zum Tod
Die Frage angesichts der Bibel ist: War er mehr als nur ein Mensch?
Es gibt andere "Evangelien" aus dem 2. Jahrhundert, die Jesus als Übermensch zeigen. Diese Texte wurden nicht in die Bibel aufgenommen, weil das älteste Zeugnis immer daran fest gehalten hat, dass Jesus ein Mensch war.
War er mehr als andere große menschliche religiöse Lehrer wie z.B. Buddha und Mohammed? Diese haben sich selbst als Lehrer verstanden oder als Werkzeug, durch das Gott sein Wort den Menschen mitteilt. Für ihre Person haben sie nicht mehr in Anspruch genommen.

Jesus lebte aus einer besonderen Beziehung zu Gott
Es fällt auf, dass Jesus immer wieder seine besondere Beziehung zu Gott betont, den er seinen Vater nennt. Auffällig stellt er sich und seinen Auftrag in den Mittelpunkt seiner Aussagen. Religiöse Lehrer weisen auf Gott hin; Jesus Christus aber sagt immer wieder, dass die Beziehung zu ihm zentral ist, um eine Beziehung zu Gott zu haben.

In den Evangelien, vor allem in den vielen "Ich bin"-Aussagen im Johannesevangelium spiegelt sich dieser Anspruch Jesu:
"Ich bin das Brot des Lebens" (Johannes 6, 35)
"Ich bin das Licht der Welt" (Johannes 8,12)
"Ich bin die Auferstehung und das Leben" (Johannes 11, 25f.)
"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Johannes 14,6)
"Mein Königreich" (Lukas 22,30)
"Kommt alle zu mir" (Matthäus 11,28f)
"Folgt mir nach" (Markus 1,17)
"Wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat" (Matthäus 10,40)
"Wer mich willkommen heißt, der heißt Gott willkommen" (Markus 9,37 und öfters)
"Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen" (Johannes 14,9)
"Ich und der Vater sind eins" (Johannes 10,30ff)

 
 

Jesus hat sein Kommen als die Erfüllung der Verheißung an Israel verstanden
So wie Gott sich die zwölf Stämme Israels erwählt hat, so will Jesus Israel erneuern, indem er zwölf Apostel beruft und sagt: Mit mir, mit meinem Kommen, hat das Königreich Gottes begonnen. Er ist nicht nur der neue Mose (Verkündigung am Berg- Bergpredigt), sondern erfüllt die Hoffnung auf den verheißenen Retter ("Jesus" = "JHWH ist Hilfe, JHWH rettet") und Messias (gesalbter König). Jesus wollte also nicht (nur) private Frömmigkeit fördern oder zu liebevolleren Verhalten erziehen, sondern Israel sammeln und erneuern.
Als "Sohn Gottes" nimmt er für sich in Anspruch, er könne Sünden vergeben (Markus 2,5), was nach jüdischem Glauben nur Gott selbst kann. Das ist der entscheidende Grund der Feindschaft vieler frommer Juden gegen Jesus (vgl. 3. Abend).

"Ein Mann, der als normaler Sterblicher so geredet hätte wie Jesus, wäre keineswegs ein bewunderter religiöser Lehrmeister gewesen. Er wäre entweder ein Schlafwandler, ein Verrückter, ..- oder er wäre der leibhaftige Satan. Wir müssen uns entscheiden. Entweder war und ist dieser Mann der Sohn Gottes oder ein Verrückter oder etwas noch Schlimmeres ... aber lassen wir doch bitte nicht diesen herablassenden Unsinn gelten, dass er ein gewöhnlicher Sterblicher in der Rolle eines großartigen Lehrers gewesen sei. Diese Möglichkeit hat er uns nicht gelassen. Er hatte sie niemals beabsichtigt." C. S. Lewis

Die Jünger sind Zeugen (griech.: Märtyrer), die mit ihrem Leben bezeugen, was sie erfahren haben
- Seine Lehre ("Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!, Mk 1,15)
- Seine Werke (Glaubt meinen Werken, "dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.", Joh 10,38)
- Sein Charakter ("Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.", Mt 11,29)
- Er hat die Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllt (Zu den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus sagt der Auferstandene "Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.", Lk 24,25-27)
- Seine Auferstehung ("Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen." Lk 24,34 und öfters)

Christi Auferstehung und die Folgen:
Das leere Grab
Er ist vielen Menschen bei verschiedenen Gelegenheiten erschienen
Entstehung und Wachstum der christlichen Kirche
Viele Erfahrungen der Gegenwart Christi heute

 
 

Fragen für das Gespräch in den Kleingruppen:

Was war Ihr Verständnis von Jesus Christus vor dem heutigen Vortrag?

Was halten die Menschen im allgemeinen von Jesus?

Was würden Sie empfinden, wenn Sie eine Chance hätten, ihn zu treffen?

Welche Bedeutung hat das Zeugnis anderer Menschen über Jesus Christus für Sie?

Wenn Jesus der Sohn Gottes ist, was bedeutet das dann für Sie?

Wie stehen Sie zu der Aussage: "Christ zu werden ist ein blinder Sprung ins Ungewisse".

   

Kontakt: P. Martin Löwenstein(email)