Alpha-Kurs - Gemeinsames Wochenende - Impuls am Abend
 1. Komm, heilger Geist, du Schaffender, / Komm, deine Seelen suche heim; / Mit Gnadenfülle segne sie, / Die Brust, die du geschaffen hast.

2. Du heißest Tröster, Paraklet, / Des höchsten Gottes Hochgeschenk, / Lebendīger Quell und Liebesglut / Und Salbung heilīger Geisteskraft.

3. Du siebenfaltīger Gabenschatz, / Du Finger Gottes rechter Hand, / Von ihm versprochen und geschickt, / Der Kehle Stimmī und Rede gibst.

4. Den Sinnen zünde Lichter an, / Dem Herzen frohe Mutigkeit, / Dass wir im Körper Wandelnden / Bereit zum Handeln seiīn, zum Kampf.

5.Den Feind bedränge, treib ihn fort, / Dass uns des Friedens wir erfreun, / Und so an deiner Führerhand / Dem Schaden überall entgehn.

6.Vom Vater uns Erkenntnis gib, / Erkenntnis auch vom Sohn zugleich, / Uns, die dem beiderseitgen Geist / Zu allen Zeiten gläubig flehn. 

Veni Creator des Hrabanus Maurus, 9. Jh. Übersetzung J.W. Goethe

Komm herab, o Heilger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,

in der Unrast schenkst Du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o Du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne Dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile Du, wo Krankheit quält.

Wärme Du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das Dir vertraut,
das auf Deine Hilfe baut,
Deine Gaben zum Geleit

Lass es in der Zeit bestehn,
Deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
Amen. Halleluja.
Der altkirchliche Hymnus"Veni creator spiritus!" (Komm, Schöpfer, Heiliger Geist) wurde von Stephen Langton, dem Erzbischof von Canterbury (1150- 1228), in einem reichen Lobpreis niedergeschrieben.

Das Gespräch am Jakobsbrunnen: Johannes-Evangelium 4,5-26:
Jesus kam zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüßtest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muß, um Wasser zu schöpfen.
Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. ...
Und weiter sagte er zu ihr: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.
 
Anregung zur Meditation:

Lesen Sie sich diese Stelle aus dem Johannes-Evangelium durch, vielleicht sogar mehrmals. Versuchen Sie sich in die Situation zu versetzen: Stellen Sie sich die Umgebung vor: Die Landschaft, das Klima, die Geräusche. Es ist Mittagszeit, heiß.

Betrachten Sie die Personen, die darin vorkommen: Jesus, die samaritische Frau, evt. andere Personen, die in der Nähe sein könnten.

Jesus, der müde und erschöpft ist. Die Frau, die Wasser schöpfen will. Eine Samariterin: wahrscheinlich schaut sie ihn gar nicht an. Juden verkehren nicht mit Samaritern. Jesus, der sie, die Frau, die Samariterin anspricht. Der alle Konventionen bricht: „Gib mir zu trinken.“ Er bittet sie um etwas. Sie ist perplex. Wie kannst du mich bitten. Und Jesus: Wenn du wüsstest worin die Gabe Gottes besteht ... dann hättest Du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. ...

Betrachten Sie jetzt Ihr Leben: Aus welchen Quellen lebe ich? Was sind die Wasser meines Lebens? Die Brunnen, zu denen ich immer wieder gehen muss um neues Wasser zu schöpfen?

Lassen Sie die Einladung auf sich wirken, lebendiges Wasser zu bekommen, nie mehr Durst zu haben.
Wie empfinden Sie das? Sehnen Sie sich danach?

Oder haben Sie Angst davor?
Welche Ängste sind das?
Angst, die alten Quellen aufzugeben, die immerhin für einige Zeit den Durst gestillt haben?

Bitten Sie in einem letzten Schritt um den Heiligen Geist - um dieses lebendige Wasser oder auch nur um die Sehnsucht danach.

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