Fokus der Aufmerksamkeit heute:
Nicht immer habe ich es in aller Deutlichkeit erlebt und erfahren, aber Gott hat mich in meinem Leben immer wieder getragen und geführt. Heute kann ich danken für den Weg oder die Wege, die ich geführt und getragen wurde. Ich bin sie selbst gegangen, aber ich wurde auch gerufen und geführt.

Schrifttext: Elia - Nimm und iss

Ahab erzählte Isebel alles, was Elija getan, auch dass er alle Propheten mit dem Schwert getötet habe. Sie schickte einen Boten zu Elija und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das antun, wenn ich morgen um diese Zeit dein Leben nicht dem Leben eines jeden von ihnen gleich mache. Elija geriet in Angst, machte sich auf und ging weg, um sein Leben zu retten. Er kam nach Beerscheba in Juda und ließ dort seinen Diener zurück. Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin. Doch der Engel des Herrn kam zum zweitenmal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iß! Sonst ist der Weg zu weit für dich. Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb. 1 Kön 19, 1-8

Gebet in den Tag:

Treuer Gott / In ewiger Weisheit / hast du mich nach deinem / Bild geschaffen / und ins Dasein geliebt. / Mit schöpferischer Liebe / hast du mir deine Züge / ins Herz geschrieben. / Mit größter Sorgfalt / hast du auf mich geachtet / und immer treu / zu mir gehalten. / In unbeschreiblicher Geduld / hast du mir mein Versagen / verziehen / und mir die Schuld vergeben. / Mit göttlicher Sehnsucht hast / du nach mir verlangt / und einen Bund geschlossen. / / Mit staunendem Herzen / stehe ich vor dir / und sage dir / meinen innigsten Dank, / du treuer Gott.(4)

  Aus dem Exerzitienbuch: Prinzip und Fundament

Das "Prinzip und Fundament" stellt Ignatius an den Anfang seines Übungsbuches. Es ist für ihn die Basis an dem sich jedes Leben orientieren muss.

Der Mensch ist geschaffen, um Gott unseren Herrn zu loben, ihm Ehrfurcht zu erweisen und zu dienen und mittels dessen seine Seele zu retten;

und die übrigen Dinge auf dem Angesicht der Erde sind für den Menschen geschaffen und damit sie ihm bei der Verfolgung des Ziels helfen, zu dem er geschaffen ist.

Daraus folgt, dass der Mensch sie soweit gebrauchen soll, als sie ihm für sein Ziel helfen, und sich soweit von ihnen lösen soll, als sie ihn dafür hindern.

Deshalb ist es nötig, dass wir uns gegenüber allen geschaffenen Dingen in allem, was der Freiheit unserer freien Entscheidungsmacht gestattet und ihr nicht verboten ist, indifferent machen.

Wir sollen also nicht unsererseits mehr wollen: Gesundheit als Krankheit, Reichtum als Armut, Ehre als Ehrlosigkeit, langes Leben als kurzes;

und genauso folglich in allem sonst, indem wir allein wünschen und wählen, was uns mehr zu dem Ziel hinführt, zu dem wir geschaffen sind.

(Siehe auch das Gebet zum Text)

 


4. Paul Weismantel, Kürzinger-Sill 377f.