Fokus der Aufmerksamkeit heute:
Als Menschen wollen wir Beachtung und Anerkennung finden. Oft setzen wir viel Kraft und Energie darin dieses Ziel zu erreichen. Im Blick auf das Himmelreich sind die Vorzeichen umgekehrt. Der Größte im Himmelreich ist nicht der, der viel leistet oder schafft, sondern der, der viel glaubt und vertraut. Das Himmelreich wird den Kleinen geschenkt. Welche Erfahrung machst du in der Gruppe, was dir wichtig ist? Wo möchtest du dir eine führende Rolle sichern oder einen herausgehobenen Platz gesichert haben?

Schrifttext: Rangstreit der Jünger und Warnung vor der Verführung

In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde. Wehe der Welt mit ihrer Verführung! Es muss zwar Verführung geben; doch wehe dem Menschen, der sie verschuldet. Wenn dich deine Hand oder dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Es ist besser für dich, verstümmelt oder lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen und zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben zu gelangen, als mit zwei Augen in das Feuer der Hölle geworfen zu werden. Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

Mt 18, 1-11

Gebet: Prinzip und Fundament


Gott, unser Vater, du hast uns erschaffen zu dem Ziel, ganz einzutauchen in deine Herrlichkeit. Wo unser Leben zu einem Lob Gottes wird, dort haben wir jetzt schon Anteil an dem, was uns in Fülle verheißen ist. Wo wir dich loben, retten wir uns und unsere Welt aus der kalten Ferne zu Dir.

So hilf uns zur der Freiheit, die alle Dinge dieser Erde sieht im Licht dieses Zieles: Dich zu loben. Hilf uns die Dinge zu gebrauchen und die Entscheidungen zu treffen, so dass dein Lob gemehrt wird. Mach uns frei, dass in der Tiefe unseres Lebens nicht entscheidend ist, ob wir reich oder arm, gesund oder krank, jung oder alt sind. Wo wir unser Fundament in dir haben, kann uns alles zum Weg werden, was in sich gut ist.



Gebet in den Tag:

Wir sind gewöhnt, von dir zu reden, heiliger Gott, / und deinen Namen in den Mund zu nehmen. / Wir machen uns Gedanken über dich, / als hätten wir dich in der Hand, / und leben dabei ohne dich in unserer selbstgeschaffenen Welt.

Dich selbst möchte ich finden, nicht die Machwerke meiner Gedanken, / dich, den ich nicht fasse, nicht begreife, nicht erkenne. / Du sagst, in Jesus Christus könnten wir dir begegnen. / Aber auch ihn schaffen wir ständig / nach unserem Bild und nach unseren Gedanken. / Auch er muss uns fremd werden, damit wir ihn verstehen / und in ihm dich finden, den unbekannten, den fremden Gott. / Ich höre ihn sagen: "Selig die Armen.", / "Wer sein Leben verliert, wird es gewinnen.". / Das ist fremd.Ich weiß, dass ich sein Wort erst fassen werde, / wenn ich mein ganzes Herz daran wage. 

Ich stehe an der Grenze meiner kleinen Welt. / Meine Gedanken schließen mich ein wie eine Mauer. / Ich möchte ins Freie treten. / Jesus sagt: Folge mir nach. / Diesen Schritt möchte ich tun; / führe mich, damit ich dich finde.(10)



Für den Rosenkranz

... der gekommen ist, uns zu dienen

... der uns befreit von unserem Machtstreben

... durch den wir Gott finden im Antlitz des Menschen

 

 


10. Jörg Zink