Fokus der Aufmerksamkeit heute:
Vor seinem Tod feierte Jesus mit seinen Freunden das Abendmahl. Dieses Mahl ist ein Zeichen der Gemeinschaft mit ihm. Und es ist ein Zeichen seiner Lebenshingabe, ein Zeichen seiner Liebe zu den Menschen, zu der auch du eingeladen bist. Wo hast du erfahren, dass du gerne und leicht teilst? Wo fällt dir das schwer?

Mahl und Ankündigung des Verräters

Als die Stunde gekommen war, begab er sich mit den Aposteln zu Tisch. Und er sagte zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen. Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis das Mahl seine Erfüllung findet im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt den Wein, und verteilt ihn untereinander! Denn ich sage euch: Von nun an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Doch seht, der Mann, der mich verrät und ausliefert, sitzt mit mir am Tisch.

Lk 22, 14-21

Gebet in den Tag: SEI BEI UNS HERR

Sei bei uns, Herr, auf unserem Weg. / Geh mit uns Schritt für Schritt. / Mach unsere tauben Ohren auf. / lass unsere blinden Augen sehen. / Gib den verzagten Herzen Mut. / lass uns in Angst nicht untergehen. 

Gib uns von deinem Heiligen Geist: / den Geist der Eintracht und der Weisheit, / den Geist der Wahrheit und der Liebe, / damit nicht einer gegen den anderen kämpft. / Lass uns in deinem Geist Gemeinde werden / und weitersagen was uns im Glauben stärkt. / lass uns dich finden in der Tischgemeinschaft, / die um dein Brot versammelt ist. 

Damit im Zeichen des gebrochenen Brotes / wir dich erkennen als den einen Herrn, / der uns in Liebe auf dem Weg begleitet / und uns als Boten ausschickt in die Welt. / Wir bitten bleibe bei uns Herr, / jetzt und an jedem Tag.(13)

Für den Rosenkranz

... der uns lädt an seinen Tisch

... der sich schenkt im gebrochenen Brot

... der in seinem Blut uns ruft, Gottes Volk zu sein

 Aus dem Exerzitienbuch

Regeln zur Verteilung von Almosen

BEI DER AUFGABE, ALMOSEN ZU VERTEILEN, MÜSSEN DIE FOLGENDEN REGELN EINGEHALTEN WERDEN.

338 DIE ERSTE: Wenn ich die Verteilung an Verwandte oder Freunde oder Personen vornehme, denen ich anhänglich bin, muss ich auf vier Dinge schauen, über die zum Teil beim Wahlstoff gesprochen worden ist: Das erste ist: Jene Liebe, die mich bewegt und mich das Almosen geben lässt, soll von oben herabsteigen, von der Liebe zu Gott, unserem Herrn. Ich muß also erst in mir verspüren, dass das Mehr oder Weniger der Liebe, die ich zu diesen Personen habe, um Gottes willen ist; und in dem Grund, aus dem ich sie mehr liebe, muss Gott widerstrahlen.

339 DIE ZWEITE: Ich will einen Menschen anschauen, den ich nie gesehen noch gekannt habe, und meinerseits seine ganze Vollkommenheit in der Aufgabe und dem Stand wünschen, den er hat. Wie nun ich wollte, dass er zur größeren Ehre Gottes unseres Herrn und zur größeren Vollkommenheit seiner Seele in seiner Weise zu verteilen sich zu verhalten wisse, genauso werde ich es machen, nicht mehr und nicht weniger, und die Regel und das Maß einhalten, die ich für den anderen gewollt hätte und für solcherart erachte.

340 DIE DRITTE: Als wäre ich in meiner Todesstunde, will ich die Form und das Maß erwägen, die ich dann in dem Amt meiner Verwaltung eingehalten haben wollte; und indem ich mich danach richte, sie jetzt in den Akten meiner Verteilung einhalten.

341 DIE VIERTE: Indem ich schaue, wie ich mich am Tag des Gerichts finden werde, gut nachdenken, wie ich dann von diesem Amt und dieser Bürde der Aufgabe Gebrauch gemacht haben wollte; und die Regel, die ich dann eingehalten haben wollte, jetzt einhalten.

342 DIE FÜNFTE: Wann jemand sich zu einigen Personen hingeneigt und ihnen anhänglich fühlt, an die er verteilen will, halte er inne und überdenke gut die vier oben genannten Regeln, indem er seine Anhänglichkeit mit diesen Regeln erforscht und prüft. Und er gebe das Almosen erst, wenn er diesen entsprechend seine ungeordnete Anhänglichkeit völlig entfernt und abgewiesen hat.

343 DIE SECHSTE: Es liegt zwar darin keine Schuld, die Güter Gottes unseres Herrn anzunehmen, um sie zu verteilen, wann der Betreffende von unserem Gott und Herrn für diese Aufgabe berufen wird. Aber in bezug auf das Wieviel und die Quantität dessen, was er von dem für sich selbst nehmen und verwenden soll, was er hat, um es anderen zu geben, gibt es Zweifel über Schuld und Übermaß. Deshalb kann man sich in seinem Leben und Stand durch die oben genannten Regeln reformieren.

344 DIE SIEBENTE: Aus den bereits genannten Gründen und aus vielen anderen ist es immer besser und sicherer, je mehr man sich in dem, was die eigene Person und den eigenen Hausstand angeht, einschränkt und vermindert und je mehr man sich unserem Hohenpriester annähert, unserem Vorbild und unserer Regel, nämlich Christus unserem Herrn. Und dementsprechend bestimmt und gebietet das dritte Konzil von Karthago, auf welchem der heilige Augustinus war, dass der Hausrat des Bischofs gering und arm sei. Das gleiche ist bei allen Lebensweisen zu erwägen, indem man auf die Stellung und den Stand der Personen schaut und es ihnen anpasst. So haben wir bei der Ehe das Beispiel des heiligen Joachim und der heiligen Anna, welche ihr Vermögen in drei Teile teilten: - den ersten gaben sie Armen; - den zweiten für Aufgabe und Dienst am Tempel; - den dritten nahmen sie für den Unterhalt ihrer selbst und ihrer Familie.

 


13. Adolf Exeler