Predigt zu Neujahr 2016

  • Ort: Kleiner Michel (St. Ansgar), Hamburg
  • Datum: 1. Januar 2016

1. Zweifel

2. Diaspora

3. Umbau

Nachbemerkung: Ich könnte mir vorstellen, dass auch der deutsche Staat in einer pluralen Welt gut daran täte, keine aktive Religionsförderungspolitik (mehr) zu machen, sondern den Religionen gleichsam absichtslos den Freiheitsraum zu lassen, den sie brauchen. Dafür muss keine Kirchensteuer abgeschafft werden. Aber dazu müssen rechtliche Formen gefunden werden, wie verschiedene Religionsgemeinschaften als Teil der Gesellschaft existieren können. Der Staat muss sich dabei davon befreien, Religionen danach zu bewerten, ob sie moralisch nützlich und dienlich sind. Das kann gleichsam ein willkommener Nebeneffekt sein, nie aber das Resultat gezielten staatlichen Handelns. Der Staat kann und sollte von den Religionsgemeinschaften verlangen, dass sie sich an die Gesetze halten und dass sie sich dazu bekennen, dass man sich daran halten soll. Alles andere geht den Staat nichts an. Die wertmäßigen Überzeugungen des Grundgesetzes können nur durch gelebte Demokratie und solidarische Wirtschaft glaubwürdig werden, nicht durch dafür geförderte Religionen.