Predigt zum 20. Sonntag im Lesejahr B 2006 (Johannes)

  • Ort: Universitätsgottesdienst St. Ignatius Frankfurt
  • Datum: 20. August 2006
  • Bibelstelle: Joh - 06,51-58

1. Mozart lebt

2. Jesus vs. Mozart

3. Das Brot des Lebens


Anmerkungen:

Der Tod Christi ist ohne das Sakrament der Eucharistie nur ein Tod wie jeder andere Tod auch. Und andererseits: Was wäre die Eucharistie ohne die dahinter stehende Wirklichkeit von Fleisch und Blut des Menschensohnes? Wenn sie keine abergläubische Zauberhandlung wäre, wäre sie nichts als eine Gedächtnisfeier. Wie man etwa Beethovens Gedächtnis und Tod feierte, so würde man auch Gedächtnis und Tod des Menschensohnes feiern. Man mache das Abendmahl zu einer historischen Erinnerungsfeier, und man wird Christus selber zu einer historischen Gestalt der Vergangenheit erniedrigt haben. Erinnerung ist etwas Schönes, aber man kann nicht von Erinnerungen "leben". Wir leben nur von dem, was Fleisch und Blut ist, nicht von dem, was Schatten der Vergangenheit ist. Auch Christus kann nur dann etwas für uns bedeuten, nur dann können wir von ihm "leben" "in uns Leben haben", wie Joh 6,53 sagt , wenn er Fleisch und Blut für uns ist. Das setzt jedoch voraus, dass er ganz real Fleisch und Blut ist, dass er das, was er gewesen ist, in seinem Fleisch und Blut auch heute noch für uns ist. Wer gestorben ist, der ist nicht Fleisch und Blut mehr, der ist nur noch ein Schatten. Für Schatten feiert man Erinnerungsfeste. In der Erinnerung holt man dann die Schatten wieder herauf. Mögen wir den Toten aber auch noch soviel von unserem Blut leihen - ich erinnere an die antike Nekyia (Totenopfer), die einen tiefen Sinn hat -, wir werden doch niemals die Schatten der Toten wirklich zum Leben zurückrufen, sie zu Fleisch und Blut machen können.
Peterson, Erik: Johannesevangelium und Kanonstudien. Ausgewählte Schriften Band 3. Aus dem Nachlass herausgegeben von Barbara Nichtweiß unter Mitarbeit von Ferdinand Hahn. Würzburg (Echter) 2003, S. 247

Ich grüße herzlich euren Bischof, der so ganz nach Gottes Herzen ist, den Rat der Ältesten, die so sind, wie Gott will, meine Mitsklaven, die Diakone, sowie jeden einzelnen und alle aus der Gemeinde. Es schütze euch der Name Jesu Christi, sein Fleisch und Blut, sein Leiden und seine Auferstehung im Leib und im Geist. Ich grüße euch in Verbundenheit mit Gott und mit euch und wünsche euch Gnade, Erbarmen, Frieden und die Kraft zu Geduld allezeit.
Brief des Ignatius von Antiochien an die Smyrnäer, 12,2. nach: Das Neue Testament und frühchristliche Schriften. Übersetzt und kommentiert von Klaus Berger und Christiane Nord. Frankfurt/Main, Leipzig (Insel) 1999, S. 812.