Predigt zum 26. Sonntag im Lesejahr B 2015 (Jakobusbrief)

  • Ort: Kleiner Michel (St. Ansgar), Hamburg
  • Datum: 27. September 2015
  • Bibelstelle: Jak - 05,01-06

1. Was zu leben lohnt

2. Reichtum auf Kosten anderer

3. Flüchtlinge, unklare Gemengelage und Taufe

  • Erstens: Wir müssen bereit sein, Schritte zu gehen und Positionen zu vertreten, die nicht behaupten für alles eine Lösung zu haben. Wir müssen auch bereit sein, zu Lösungen zu stehen, die nicht behaupten, dass alles ohne Einschnitte beim eigenen Reichtum geht. Als Bischof Overbeck von Essen das vor ein paar Tagen zu sagen wagte, wurde er im Internet von einer Hetzkampagne überzogen.
  • Zweitens: Wir sollten versuchen bereit zu sein, eigene Verstrickung in Schuld zuzugestehen, auch dort wo wir nicht gleich wissen, wie wir es besser machen können. Das allseitige Morden in Syrien hat irgend wie auch etwas mit unserem Öl-Konsum und den Wirtschaftsbeziehungen zu Saudi-Arabien und zum Iran zu tun; trotzdem kann Fahrradfahren allein noch nicht den Flüchtlingsstrom stoppen.
  • Drittens: Was zu leben lohnt, ist immer nur im Gegenüber zu den Menschen möglich. Keine Form der Abgrenzung hat Bestand, zumal nicht vor Gott, der Vater aller Menschen ist. Was immer daher künftig Versuche sein werden, mit dem Strom von Flüchtlingen umzugehen: Wir sollten gerade bei harten Maßnahmen nie darauf verzichten, dem Menschen ins Gesicht zu sehen, ihn als Menschen zu sehen und nicht nur als Problem. Das allein ist zwar nicht die Lösung, aber das ist die Haltung, die der Berufung würdig ist, die durch die Taufe an uns gegangen ist. Und die zu leben lohnt.

Amen.