Predigt zum 27. Sonntag im Lesejahr A 2017 (Philipperbrief)

  • Ort: Aloisisuskolleg, Bonn - Internat
  • Datum: 8. Oktober 2017
  • Bibelstelle: Phil - 04,06-09

1. Wozu bin ich da?

2. Tröstung: der Friede Gottes

3. Unterscheidung

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Aus den Anleitungen für die Exerzitien (Geistliche Übungen GÜ; dt. von Peter Knauer) des Ignatius von Loyola:

„Ich nenne es ‚Tröstung' [consolación], wann in der Seele irgendeine innere Regung verursacht wird, mit welcher die Seele dazu gelangt, in Liebe zu ihrem Schöpfer und Herrn zu entbrennen; und weiterhin, wann sie kein geschaffenes Ding auf der Erde in sich lieben kann, sondern nur im Schöpfer von ihnen allen; ebenso, wann sie Tränen vergießt, die zu Liebe zu ihrem Herrn bewegen, sei es aus Schmerz über ihre Sünden oder über das Leiden Christi unseres Herrn oder über andere Dinge, die geradeaus auf seinen Dienst und Lobpreis hingeordnet sind. Überhaupt nenne ich ‚Tröstung' jede Zunahme an Hoffnung, Glaube und Liebe und alle innere Freudigkeit, die zu den himmlischen Dingen ruft und hinzieht und zum eigenen Heil seiner Seele, indem sie ihr Ruhe und Frieden in ihrem Schöpfer und Herrn gibt." (GÜ 316).

„Ich nenne ‚Trostlosigkeit' [desolación] das ganze Gegenteil [...], etwa Dunkelheit der Seele, Verwirrung in ihr, Regung zu den niederen und irdischen Dingen, Unruhe von verschiedenen Bewegungen und Versuchungen, die zu Unglauben bewegen, ohne Hoffnung, ohne Liebe, wobei sich die Seele ganz träge, lau, traurig und wie von ihrem Schöpfer und Herrn getrennt findet." (GÜ 317)