Predigt zum 4. Sonntag der Osterzeit Lesejahr A 2011 (Johannes)

  • Ort: Kleiner Michel (St. Ansgar), Hamburg
  • Datum: 15. Mai 2011
  • Bibelstelle: Joh - 10,01-10
  Das Hausschaf ist ein ruhiges, geduldiges, einfältiges, willenloses und feiges, kurzum ein langweiliges Geschöpf. Es bekundet eine Unfähigkeit zu lernen und sich selbst zu helfen, wie sie bei keinem Haustiere weiter vorkommt. Seine Furchtsamkeit ist lächerlich. Jedes unbekannte Geräusch macht die ganze Herde stutzig, Blitz und Donner und Unwetter überhaupt bringen sie gänzlich außer Fassung und vereiteln nicht selten die größten Anstrengungen des Menschen. So ist denn auch das Schaf wohl das einzige Haustier, das nie verwildert ist. Aber man darf nicht vergessen, dass die genannten geistigen Eigenschaften dem Hausschaf durch den Menschen angezüchtet sind. Ein eigenwilliges, selbständiges Tier dauernd in großen Herden zu halten, wäre wohl ganz unmöglich. So musste denn der Mensch alle bei den wilden Schafen seinen Wünschen entgegenstehenden geistigen Eigenschaften langsam herauszüchten, was auch bei den meisten Rassen gelungen ist.
Brehms Tierleben. Kleine Ausgabe für Volk und Schule. Vierter Band: Die Säugetiere. Leipzig 1927.

 

1. Schafe und Hirten

2. In der Rolle des Hirten

3. Der gute Hirt