Predigt zum 4. Fastensonntag Lesejahr C 2016 (Josua)

  • Ort: Kleiner Michel (St. Ansgar), Hamburg
  • Datum: 6. März 2016
  • Bibelstelle: Jos - 05,09a.10-12

Man möchte diese Lesung aktuell gar nicht näher erklären. Eine Flüchtlingswelle rollt auf das Land Kanaan zu. Die Menschen, so schildert es die Bibel, waren aus Ägypten geflohen, wo sie als ethnische Minderheit versklavt und verfolgt worden waren. So, wie das Buch Josua heute vor uns liegt, erzählt es, dass dieses ganze große Volk nun die Grenze des Jordans überquert hat. Sein Gott hat ihm das Land Kanaan als angestammte Heimat versprochen. Die derzeitigen Bewohner des Landes werden dabei den Kürzeren ziehen.

Es wäre lange über dieses verstörende Buch Josua im Alten Testament zu sprechen, wie und warum es entstanden ist und warum es die Vorgänge begleitet von einer Gewalt schildert, mit der die Ereignisse historisch gesehen nie stattgefunden haben. Ohne starke Relativierung und Erklärung kann solch ein Text die Wirklichkeit von Gottes Handeln nicht erhellen und "Wort Gottes" sein. Vielleicht ist nur in der vehementen Distanzierung, zu der mich dieser Teil der Bibel zwingt, das Echo des Wortes, mit dem Gott mich durch die alten Worte hindurch anspricht? - Doch heute kann inmitten dessen uns Wort Gottes ansprechen, wie in dem kleinen Ausschnitt heute, oder darin nur in dem Nebensatz: "... von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr".

1. Der erste Blick geht zurück.

2. Der Blick nach vorn

3. Das Mahl zum Aufbruch