Predigt zum Gedenktag Antoius von Padua, Hochschule Sankt Georgen Frankfurt, 13. Juni 2007 IHS - Jesuiten
1. Lesung Spr 08,22-31
2. Lesung Röm 5,1-5
Evangelium Joh 16,12-15

1. Zwei Gruppen

2. Zweite Wahl

3. Eine Kirche


Dialog vor der Liturgie (von Studenten vorbereitet)

1: Wo habe ich denn jetzt wieder mein Griechischbuch hin?

2: Das weiß ich doch nicht. Du solltest zum heiligen Antonius beten!

1: Heiliger Antonius? Meine Oma hat ihn immer mal erwähnt.

2: Ja, der ist für alles Verlorene zuständig.

1: Bisschen komisch ist das schon, oder nicht? Was habe ich denn noch mit dem heiligen Antonius zu tun - der ist schon fast 800 Jahre tot!

2: Kennst du die Geschichte mit dem gestohlenen Psalter nicht?

1: Nein.

2: Die Überlieferung über Antonius erzählt, dass ein junger Mitbruder von ihm einst aus Versehen den Psalter von Antonius hatte mitgehen lassen. Daraufhin hat Antonius, um ihn wieder zu finden, so heftig zu Gott gebetet, dass der „Übeltäter" von so starken Visionen heimgesucht worden ist, dass er das Buch schleunigst zurückgegeben hat.

1: Was weißt du sonst noch von diesem Heiligen?

2: Antonius war ein begnadeter Prediger. Seine Fastenpredigten in Padua waren so berühmt, dass keine Kirche groß genug war, um die Menschen alle zu fassen. Er beeinflusste eine ganze Region, zerstrittene Familien lagen sich in den Armen, Diebe gaben Gestohlenes zurück, seine Predigten konnten wohl wirklich verwandeln!

Doch anscheinend wollte man auch nicht überall seine Predigten hören. Da gibt es auch eine Geschichte von ihm, wo er eines Tages in eine Stadt kam, in der man ihn nicht kannte und niemand zu seinen Predigen kommen wollte. Da stellte er sich an das Ufer von Rimini auf eine Brücke und predigte einfach zu den Fischen.

1: Echt? Das klingt ja total absonderlich… Was haben die Menschen dabei gedacht?

2: Als die Menschen sahen, dass alle Fische zu der Brücke geschwommen waren und ihre Köpfe - so sagt es zumindest die Legende - aus dem Wasser streckten, um ihn zu hören, kamen sie auch und glaubten ihm und seinem Wort.

1: Wie lebte Antonius eigentlich?

2: Antonius trat mit 16 Jahren den Augustiner-Chorherren nahe Lissabon bei. Als er jedoch von der Beisetzung von fünf franziskanischen Mönchen erfuhr, die als Märtyrer in Marokko gestorben waren, berührte ihn das so sehr, dass er sich 1220 entschied, Franziskaner zu werden. Am liebsten wäre er auch Märtyrer geworden, jedoch auf dem Weg nach Marokko wurde er krank und wegen eines Sturms verschlug es ihn nach Italien. Dort erhielt er dann wegen seiner Redebegabung einen Auftrag als theologischer Lehrer und Prediger. Nach seinem Tod wurde er sogar zum Kichenlehrer ernannt.

1: Er war ja voll auf der Höhe seiner Zeit…

2: Stimmt. Der heilige Franziskus hat ihm schließlich einen Brief geschrieben, den ich auch im Blick auf uns Studierende immer noch aktuell finde. Er schreibt an Antonius: „Ich will, dass du den Brüdern und Schwestern die heilige Theologie darlegst, jedoch so, dass weder in Dir noch in ihnen der Geist des Gebets ausgelöscht wird."

1: Da denk ich noch mal an mein Griechischbuch, das weg ist. Nein, mit Theologie finde ich es sicher nicht, aber vielleicht wirklich mit Gebet, warum sollte Gott nicht auch auf diese Weise mit meinem Alltag zu tun haben? Und warum sollte Antonius ihm dabei nicht helfen?


Fürbitten (von Studenten vorbereitet)

V: Du Gott der Zuversicht,
am vergangenen Freitag ist in Heiligendamm der G8 - Gipfel zu Ende gegangen. Stehe den Politikern, den Verantwortlichen und allen Demonstrierenden bei, dass sie gemeinsam und entschieden an einer gerechten und friedvollen Welt arbeiten.
Du Gott der Zuversicht, wir bitten dich…

V: Du Gott der Einheit,
wir danken Dir für das Glaubenszeugnis der Evangelischen Kirche beim Kirchentag in Köln. Ermutige deine Christenheit zur Entschiedenheit, besonders auch auf dem schwierigen Weg zur Einheit.
Segne auch die Vorbereitungsteams für den Katholikentag in Osnabrück und den Weltjugendtag in Sydney nächstes Jahr.
Du Gott der Einheit, …

V: Du Gott der Liebe,
wir danken Dir für den Heiligen Antonius als glaubwürdigen Zeugen für deine Liebe in Wort und Tat. Begleite alle Arbeiter und Arbeiterinnen im Weinberg Gottes in ihrem Dienst! Wir denken besonders an die, die hier in St. Georgen studiert und gelehrt haben: Lass sie sich in allen Lebenslagen von dir getragen wissen.
Du Gott der Liebe, …

V: Du Gott, der Freude,
du hast deine Apostel zum Zeugnis für dich und deine frohe Botschaft in die Welt gesandt. Lass uns, die wir uns auf einen Dienst in der Kirche vorbereiten, bereit sein, uns mutig von Dir senden zu lassen und mitzubauen an deinem Reich.
Du Gott der Freude, …

V: Du Gott der Kraft,
wir danken Dir für das Engagement von Tausenden von Deutschen im Ausland in der Entwicklungshilfe im Dienst an den Armen. Bestärke sie in ihrem Tun und lass sie auch fernab von ihren Familien nicht verzweifeln, sondern Halt finden in Dir.
Du Gott der Kraft, ….

V: Du Gott der Hoffnung,
wir danken dir für die vielen Franziskanischen Gemeinschaften, die sich entschieden auf die Seite der Armen stellen. Stehe ihnen in ihrer Mission bei, damit auch in Zukunft diese Orden ein Zeugnis für unsere Welt sind.
Du Gott der Hoffnung, …

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