Katholische Hochschulgemeinde Göttingen, Universitätskirche St. Nikolai, 18. Juni 2000 IHS - Jesuiten
1. Lesung Dtn 04,32-34.39-40
2. Lesung Röm 08,11-17 (um Vers 11-13 erweitert, modifizierte Übersetzung)
Evangelium Mt 28,16-20
Diese Predigt ist angeregt durch den Film von Larry und Andy Wachowsky:
"The Matrix" (1999). Die Metaphern vor allem im ersten Teil greifen Bilder aus diesem Film auf.
Die Abschnitte in eckigen Klammern [ ] können überlesen werden, ohne dass der Zusammenhang verloren geht.

-------->> Info zum Film

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1. Herrschaft des Fleisches

2. Ergebung und Widerstand

3. An Kindes statt angenommen, zu Erben bestimmt


Eröffnung

Die Gnade des dreieinen Gottes,
der im Fleisch erschienen ist,
um uns mit dem Heiligen Geist zu erfüllen,
sei mit euch.

Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil ist der Dreifaltigkeitssonntag nicht das Hochfest der theologischen Spekulanten. Es ist der Sonntag des Reichtums Gottes für uns, seine Kirche. Wir feiern, dass der unergründliche Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, in unserem Fleisch und in unsrer Geschichte erschienen ist, damit wir teilhaben können an seinem Geist, der Leben schafft und Freiheit schenkt. Ihn rufen wir als unseren Herrn an.


Fürbitten

P: Vom Geist Gottes getrieben, bringen wir unsere Bitten vor Gott.

V: Schenke deine Freiheit, wo die Bedürfnisse von Menschen dazu dienen, Macht über sie aufrecht zu erhalten. - Stille - Herr, schenke uns deinen Geist.
A: Herr, Schenke uns deinen Geist.

V: Schenke deinen Heiligen Geist, wo die Kirche selbstzufrieden ihre Berufung vergessen hat. - Stille - Herr, schenke uns deinen Geist.
A: Herr, Schenke uns deinen Geist.

V: Schenke dein Leben, wo Oberflächlichkeit Menschen erniedrigt. - Stille - Herr, schenke uns deinen Geist.
A: Herr, Schenke uns deinen Geist.

V: Schenke die Annahme an Kindes statt, wo Menschen dich noch nicht erfahren durften. - Stille - Herr, schenke uns deinen Geist.
A: Herr, Schenke uns deinen Geist.

V: Schenke das Erbe, das du verheißen hast, wo Menschen ihr Leben in der Hoffnung auf dich vollendet haben. - Stille - Herr, schenke uns deinen Geist.
A: Herr, Schenke uns deinen Geist.

P: Vater im Himmel, lass deinen Heiligen Geist in uns wohnen, den Geist, der Jesus von den Toten auferweckt hat, und mache auch unseren sterblichen Leib lebendig, damit wir in dir leben, heute und in Ewigkeit. Amen.


Einleitung zum Vater Unser

Durch die Taufe haben wir den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht,
den Geist, in dem wir mit Christus zu Erben des Reiches bestimmt sind,
den Geist, in dem wir voll Sehnsucht auf die Vollendung des Reiches warten,
darum wagen wir zu beten: Vater Unser.

Veröffentlicht nur im Internet vorbehaltlich einer Überarbeitung
Anregungen und Kritik bitte an Martin.Loewenstein@Jesuiten.org

Literaturhinweise:
Zu Teil 1: Gibson, William: Biochips. Roman. Aus dem Englischen von Reinhard Heinz. München (Heyne) 1995. ders.: Mona Lisa Overdrive. Dritter Roman der Neuromancer-Trilologie. Deutsche Übersetzung von Reinhard Heinz. Mit einem Nachwort "Die Nullstelle der Wahrnehmung" von Michael Nagula und mit einer deutschen Bibliographie zu William Gibson. München (Heyne) 1996.
Zur Übersetzung Röm 8: Peterson, Erik: Der Brief an die Römer. Ausgewählte Schriften Band 6. Aus dem Nachlass herausgegeben von Barbara Nichtweiß unter Mitarbeit von Ferdinand Hahn. Würzburg (Echter) 1997.