St. Michael Göttingen, 1. Juni 2000 IHS - Jesuiten
1. Lesung Apg 01,01-11
2. Lesung Eph 01,17-23
Evangelium Mk 16,15-20

1. Erkenntnis

2. Herrschaft

3. Ausblick


Tagesgebet

Allmächtiger ewiger Gott,
in der Himmelfahrt deines Sohnes hast du den Menschen erhöht.
Erfülle uns mit dem Geist der Erkenntnis und Offenbarung,
damit wir voll Freude Christus erkennen,
und öffne die Augen unseres Herzens,
damit wir verstehen zu welcher Hoffnung wir berufen sind
da du ihn zu deiner Rechten erhoben
und als Haupt über alles gesetzt hast,
Jesus Christus, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes
lebt und herrscht in Ewigkeit.


Fürbitten

P: Gepriesen sei Jesus Christus, der von der Erde erhöht wurde, um gegenwärtig zu sein in seiner Kirche. In seinem Geist lasst uns beten:

V: Für die Menschen, die unter der Herrschaft und Willkür anderer leiden. Schenke ihnen im Blick auf dich, den Herrn, Kraft zum Widerstand.
Christus, höre uns - A: Christus, erhöre uns.

V: Für die Menschen, die Herrschaft ausüben auf dieser Erde. Lass sie dich als Herrn über alles erkennen.
Christus, höre uns - A: Christus, erhöre uns.

V: Für die Kirche hier auf Erden. Erfülle du sie und lass sie als deinen Leib sichtbar werden vor den Menschen.
Christus, höre uns - A: Christus, erhöre uns.

V: Für alle, die auf dich hoffen. Erleuchte die Augen unseres Herzens, damit wir auf dich vertrauen, als den der wiederkommt.
Christus, höre uns - A: Christus, erhöre uns.

V: Für unsere Verstorbenen. Lass sie teilhaben an deiner Nähe zum Vater.
Christus, höre uns - A: Christus, erhöre uns.

P: Du, Herr, erweist deine Macht überragend und groß an den Gläubigen, die auf dich allein ihr Vertrauen setzen. Erfülle uns immerfort mit deinem Geist, damit wir in dir leben, heute und in Ewigkeit. - A: Amen.


Nach der Kommunion

Jemand muss zu Hause sein, Herr, wenn du kommst.
Jemand muss dich erwarten, unten am Fluss vor der Stadt.
Jemand muss nach dir Ausschau halten
Tag und Nacht.

Wer weiß denn, wann du kommst?

Herr, jemand muss dich kommen sehen
durch die Gitter seines Hauses,
durch die Gitter -
durch die Gitter deiner Worte, deiner Werke,
durch die Gitter der Geschichte,
durch die Gitter des Geschehens
immer jetzt und heute in der Welt.

Jemand muss wachen unten an der Brücke,
um deine Antwort zu melden, Herr,
du kommst ja doch in der Nacht wie ein Dieb.

Wachen ist unser Dienst. Wachen.
Auch für die Welt.
Sie ist oft so leichtsinnig,
läuft draußen herum,
und nachts ist sie auch nicht zu Hause.
Denkt sie daran, dass du kommst?

Dass du ihr Herr bist und sicher kommst?

Herr,
und jemand muss dich aushalten,
dich ertragen, ohne davonzulaufen.
Deine Abwesenheit aushalten,
ohne an deinem Kommen zu zweifeln.
Dein Schweigenaushalten
und trotzdem singen.
Dein Leiden, deinen Tod mit aushalten
und daraus leben.
Das muss immer jemand tun mit allen andern
und für sie...(1)

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Martin.Loewenstein@Jesuiten.org

1. © Walter, Silja: Das Kloster am Rande der Stadt. Zürich (Verlags AG Die Arche) 1980. 2 Auflage. Zitiert nach: Kehl, Medard: Und was kommt nach dem Ende? Von Weltuntergang und Vollendung, Wiedergeburt und Auferstehung. Freiburg, Basel, Wien (Herder) 1999, S. 111f.