St. Evergislus, Bonn Bad-Godesberg 1989 IHS - Jesuiten
1. Lesung 2 Sam 5, 1-3
2. Lesung Kol 1,12-20
Evangelium Lk 23,35-43

Zielsatz: Das Königreich Christi vollendet sich unter uns in unserer Geschichte wie es in der Geschichte des Menschensohnes Wirklichkeit wurde.

1.

2.

3.

Liebe Schwestern und Brüder. Wir beten: Dein Reich komme. Das ist Christus-König: Den ungewissen Weg gehen und ganz im Heiligen Geist von der Liebe getragen sein, die uns der Vater im Sohn schenkt. Amen.


Zur Einleitung

Das Christkönigsfest hat vielleicht heute bei manchem etwas harmloses. Die adventliche Stimmung rauscht schon längst durch die Lautsprecher - zu sehr, als dass man noch an etwas anderes denken möchte.

Hinzu kommt, dass der König für uns entweder der Märchenkönig oder beliebtes Objekt der Skandalpresse ist. Aber weder die Queen noch der liebe Mann mit Krönchen ist gemeint gewesen, als Papst Pius XI 1925 das Christkönigsfest einführte. Das zeigt der Blick in die Bibel: Wo wir sagen "Dein Reich komme" steht im Original: Es komme heran deine Königsherrschaft. Das Himmelreich bei Matthäus oder das Reich Gottes bei Markus ist nichts anderes als die Königsherrschaft Gottes, die jede menschliche Herrschaft verblassen lässt, mag sie sich noch so gewaltig gebärden.

Daher müssen wir uns auch zu Beginn dieses Gottesdienstes fragen, ob wir Gott in unserem Leben zu Wort kommen lassen - oder wen wir statt seiner die Herrschaft über unser Leben ausüben lassen


Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
dein Sohn hat uns ein Beispiel des Dienens gegeben
und war ganz für uns da.
So wollte er uns befreien
von aller Macht der Ungerechtigkeit und des Egoismus.
Lass seine Königsherrschaft der Nächstenliebe
unter uns Wirklichkeit werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Gabengebet
Mit diesen Gaben, Herr,
bringen wir uns selber dar.
Nimm unser ganzes Leben,
damit es unter deiner liebenden Führung
gut und neu wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet
Herr unser Vater,
du hast uns in der Feier der Eucharistie Anteil gegeben
an Deinem Sohn, der für uns gelebt hat.
Gib, dass diese Gemeinschaft sich in unserem Alltag auswirkt
und so dein Reich in unserer Geschichte voranschreitet.
Darum bitten wir durch ihn, Christus unseren Herrn.


Fürbitten

P: Zu Gott, unserem Vater lasst uns beten, der Christus als König über die Geschichte gestellt hat:

V: Wir beten für die Kirche: - Stille - Dass sie immer wieder ihre Praxis an der Praxis Jesu misst und sich von ihm aus der Sicherheit einer bürgerlichen Existenz in die Unsicherheit eines christlichen Engagements tragen lässt.
Herr unser Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Wir beten für alle, die sich in Parteien und sozialen Bewegungen engagieren: - Stille - Dass sie aus der alles bewegenden Kraft Gottes heraus handeln und nicht ihre Reichs-Träume mit dem Reich Gottes verwechseln.
Herr unser Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Wir beten für uns: - Stille - Dass wir unser Leben nicht aufgeben und uns zufrieden geben, sondern im Mit-Gehen mit Christus unsere Lebensgeschichte auf Gott und sein Reich hin schreiben.
Herr unser Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Wir beten für die Kranken und Leidenden: - Stille - Dass sie die Nähe des leidenden Christus erfahren und sich von ihm tragen lassen.
Herr unser Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Wir beten für die Verstorbenen unserer Gemeinde: - Stille - Dass ihr Leben in der liebenden Gemeinschaft Gottes seine Vollendung findet.
Herr unser Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

P: Höre Herr unsere Bitten. Lass dein Reich unter uns gegenwärtig werden bis wir in Christus das Ziel unseres Lebens und der ganzen Schöpfung erreicht haben.

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