Universitätsgottesdienst St. Antonius, 14. September 2008 IHS - Jesuiten
1. Lesung Num 21, 4-9
2. Lesung Phil 2, 6-11
Evangelium Joh 3, 13-17

1. Tote Bilder

2. Bilderkult

3. Erhöht


Fürbitten

P: Zu Christus, der in unsere Materie gekommen ist, um alles zu Gott zu führen, lasst uns beten.

V: Erwecke in uns immer neu den Glauben, der vertraut, dass wir in der Gemeinschaft mit dir, zu uns selbst und zu Gott finden. Erhöhter Herr!
A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Bewahre uns vor jeder Verachtung und Geringschätzung dessen, was Gottes gute Schöpfung ist. Erhöhter Herr!
A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Lass uns in der Feier der Eucharistie erfahren, wie aus dem, was irdisch ist, ein Ort und Geschehen deiner Gegenwart wird. Erhöhter Herr!
A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Hilf allen, die durch die Last ihres Lebens niedergedrückt sind. Erhöhter Herr!
A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Mach uns fähig zu unterscheiden, was uns zu mehr Glaube, Hoffnung und Liebe führt, von dem, was uns entfernt von dir. Erhöhter Herr!
A: Wir bitten dich, erhöre uns.

P: Die Erkenntnis deiner Liebe, Herr Jesus Christus, vermag uns zu verwandeln. Durch die Gemeinschaft mit dir wird uns der Beginn des ewigen Lebens geschenkt. Dir sei Lob in Ewigkeit.
A: Amen.

Anmerkung:
Das Zitat des Johannes von Damaskus im Zusammenhang: "In alter Zeit wurde Gott, der keinen Körper und keine Gestalt besitzt, bildlich überhaupt nicht dargestellt. Jetzt aber, da Gott im Fleische sichtbar wurde und mit den Menschen umging, kann ich das an Gott sichtbare Bild darstellen. Ich bete nicht die Materie an, sondern ich bete den Schöpfer der Materie an, der um meinetwillen selbst Materie wurde und es auf sich nahm, in der Materie zu leben, der mittels der Materie meine Rettung ins Werk setzte. Und ich werde nicht aufhören, die Materie zu verehren, durch die meine Rettung bewirkt ist. Ich verehre sie aber nicht als Gott: keine Spur! Denn wie könnte das Gott sein, was aus dem Nichtseienden seine Entstehung erhielt? Wenn auch der Leib Gottes Gott ist, durch die substantielle Vereinigung unveränderlich zu dem geworden, was ihn gesalbt hat, und zugleich das geblieben ist, was er von Natur aus war, nämlich von einer denkenden und vernünftigen Seele beseeltes Fleisch, das einen Anfang hatte und nicht zu den unerschaffenen Wesen gehört. Die übrige Materie aber verehre und achte ich, durch die meine Rettung zustande kam, da sie von göttlicher Wirkkraft und Gnade erfüllt ist. Das Kreuzesholz, das überglückliche und überselige, ist es vielleicht nicht Materie? Der ehrwürdige, heilige Berg (Kalvarienberg), die Schädelstätte (Golgotha), sind sie nicht Materie? Der lebenbringende, lebenspendende Fels, das heilige Grab, die Quelle meiner Auferstehung, sind sie nicht Materie? Das Gold und Silber, aus dem die Kreuze, Patenen und Kelche hergestellt werden, ist es nicht Materie? Und ist nicht vor all dem anderen der Leib und das Blut unseres Herrn Materie? Schaffe also den Kult und die Verehrung all dieser Dinge ab oder überlasse der kirchlichen Überlieferung auch die Verehrung der Bilder, die durch Gottes"und meiner Freunde Namen geweiht und auf diese Art durch die Gnade des göttlichen Pneumas beschattet sind. - Mach die Materie nicht schlecht! Sie ist nämlich nicht ehrlos. Denn nichts ist ehrlos, was von Gott kommt."
Johannes von Damaskus I,16 (Migne PG 94) (1245 AC) zitiert nach: Schönborn OP, Christoph: Die Christus-Ikone. Eine theologische Hinführung. Schaffhausen (Schweiz) (Novalis) 1984.

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