Jugendgottesdienst: Einen Leib hast Du mir bereitet: die Erotik Gottes IHS - Jesuiten
Jugendmesse der Pfarrei St. Evergislus, Bonn Bad-Godesberg, 26. Januar 1991
Mk 5,24b-34
Lesung - Predigt - Meditation 1 Kyrie - Fürbitten - Meditation 2
Evangelium: Heilung der blutflüssigen Frau: Mk 5,24b-34: Viele Menschen folgten Jesus und drängten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr viel zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Sofort hörte die Blutung auf und sie spürte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt? Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt?. Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.

1. Verzückt

2. Dem Leib Feind - im Leib erschienen

3. Die Erotik Gottes


Texte für die Jugendmesse

Hinweis: Die Vorbereitung des Gottesdienstes lag bei einer Gruppe Jugendlicher. Die Gebete und Texte stammen aus dieser gemeinsamen Arbeit.

Eingangslied: Herr, unser Herr wie bist du zugegen
Begrüßung
Einleitung
Kyrierufe: Text (geöffnete Hände) Sologitarre
Tagesgebet: Text
Lesung: Hohelied
Lied: Meine Seele (Kanon)
Evangelium: Markus 5,24 b - 34
Predigt
Credo
Fürbitten
Gabenbereitung: Nimm, o Herr die Gaben, die wir bringen
Präfation
Sanctus: Heilig, heilig (Jansen)
Vater unser gesprochen
Friedensgruß: Friede soll mit Euch sein
Zur Kommunion
nach der Komm.: Text
Schlussgebet und Segen
Schlusslied: Meine Zeit in deinen Händen

Handmeditation zum Kyrie

Wir halten unsere leeren Hände, die zu einer Schale geformt sind, eine Weile vor uns hin.
- Stille -

Macht mich das verlegen?
Möchte ich die Hände wieder schließen?
Warum?
Leere Hände können etwas aussagen!
Wer bereits volle Hände hat, wer bereits alles kann und alles besitzt,
dem kann man nichts mehr geben;
auch kann in geschlossene Hände nichts hineingelegt werden.

Offene Hände können entgegennehmen,
sie können aber auch austeilen.
Bin ich bereit sowohl zu empfangen als auch mit vollen Händen zu geben?

Mach uns offen deinem Wunder,
den vielen schönen Dingen,
die wir jeden Tag erfahren,
die Hände hinzuhalten.

Lass uns bei jedem Händedruck,
bei jeder freundlichen Geste,
aber auch bei jeder Verweigerung begreifen,
dass unsere Hände deine Hände sind.

Herr, erbarme dich.


Tagesgebet:

Guter Gott,
Du hast uns zu unserem Verstand die Sinne geschenkt,
mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen können.
Wir bitten dich,
lass uns nicht nur Verstandesmensch sein,
sondern lehre uns auch, zu fühlen und wahrzunehmen,
was du uns in dieser Welt schenken willst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren
Herrn. Amen.


Lesung aus dem Hohenlied: (von einer Frau und einem Mann gelesen)

Er: Schön bist du, meine Freundin,
ja, du bist schön.
Hinter dem Schleier,
deine Augen wie Tauben.
Dein Haar gleicht einer Herde von Ziegen,
die herabzieht von Gileads Bergen.

Sie: Mein Geliebter ist weiß und rot,
ist ausgezeichnet vor Tausenden.
Sein Haupt ist reines Gold.
Seine Locken sind Rispen, rabenschwarz.

Er: Deine Zähne sind wie eine Herde frisch geschorener Schafe,
die aus der Schwemme steigen.
Jeder Zahn hat sein Gegenstück,
keinem fehlt es.
Rote Bänder sind deine Lippen,
lieblich ist dein Mund.

Sie: Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen;
in Milch gebadet, sitzen fest.
Seine Wangen sind wie Balsambeete,
darin Gewürzkräuter sprießen,
seine Lippen wie Lilien; sie tropfen von flüssiger Myrrhe.

Er: Wie der Turm Davids ist dein Hals,
in Schichten von Steinen erbaut;
Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein,
wie die Zwillinge einer Gazelle, die in den Lilien weiden.
Wenn der Tag verweht und die Schatten wachsen,
will ich zum Myrrheberg gehen, zum Weihrauchhügel.

Sie: Seine Finger sind wie Stäbe aus Gold,
mit Steinen aus Tarschisch besetzt.
Sein Leib ist wie eine Platte aus Elfenbein,
mit Saphiren bedeckt.

Er: Alles an dir ist schön, meine Freundin;
kein Makel haftet dir an.
Verzaubert hast du mich, meine Schwester Braut;
ja verzaubert
mit einem Blick deiner Augen,
mit einer Perle deiner Halskette.

Sie: Die Schenkel meines Geliebten sind Marmorsäulen,
auf Sockeln von Feingold.
Seine Gestalt ist wie der Libanon,
erlesen wie Zedern.

Er: Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester Braut;
wie viel süßer ist deine Liebe als Wein,
der Duft deiner Salben köstlicher als alle Balsamdüfte.
Von deinen Lippen, Braut tropft Honig;
Milch und Honig ist unter deiner Zunge.
Der Duft deiner Kleider ist wie des Libanon Duft.
Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut,
ein verschlossener Garten, ein versiegelter Quell.

Sie: Sein Mund ist voll Süße; alles ist Wonne an ihm.
Das ist mein Geliebter, ja, das ist mein Freund, ihr Töchter Jerusalems.


Fürbitten:

P: Zu dir, o Herr tragen wir unsere Bitten:

V: Wir bitten dich für die, die ihren Körper nicht so annehmen können, wie er ist. Schenke ihnen Selbstvertrauen und lass sie erfahren, dass jeder Körper schön ist, weil er von dir geschaffen ist. Christus, höre uns.
A: Christus, erhöre uns

V: Wir bitten dich für die, die krank sind und ihren Körper als Last und als Hindernis erfahren. Stärke sie in Geduld und Hoffnung und heile, wenn du es willst. Christus, höre uns.
A: Christus, erhöre uns

V: Wir bitten dich für die Liebenden, dass sie deine Liebe spüren und eigene Formen finden, als Liebende miteinander zu leben. Christus, höre uns.
A: Christus, erhöre uns

V: Wir bitten dich für uns alle, dass wir verantwortungsbewusst mit unserem Körper, aber auch mit unseren Sinnen umgehen. Lass uns sie immer mehr als Teil deiner Schöpfung begreifen. Christus, höre uns.
A: Christus, erhöre uns

V: Wir bitten dich für alle, die sich wegen Fragen der Sexualmoral aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen fühlen. Lass sie ihren Weg in der Kirche finden. Christus, höre uns.
A: Christus, erhöre uns

V: Wir bitten dich für alle Soldaten und Zivilisten in der Golfregion, dass sie an Körper und Seele keinen Schaden nehmen und bald wieder in Gerechtigkeit und Frieden leben können. Christus, höre uns.
A: Christus, erhöre uns

V: Wir bitten dich für alle Menschen, die um Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen, dass sie einen friedlichen demokratischen Weg finden, ihre Ziele zu verwirklichen, ohne dass ihre Freiheit Unfreiheit für viele andere bedeutet. Christus, höre uns.
A: Christus, erhöre uns

P: Ja Herr höre unsere Bitten, jetzt und in Ewigkeit.
A: Amen.


Text nach der Kommunion:

Ist es möglich, dass Gott schön ist?
So schön wie ein Schmetterling, oder die Berge an einem Sommertag, oder wie meine Freundin?
Aber Gott kann man nicht sehen. Wie kann er da schön sein?

Wie hört sich Gott an? Wie Beethoven, oder eher wie AC/DC? Oder klingt er wie das Zirpen der Grillen, oder das Rauschen des Meeres in einer Muschel. Oder können meine Ohren Gott nicht wahrnehmen?

Ich möchte wissen wie Gott schmeckt, süß oder sauer? Vielleicht wie der zärtliche Kuss eines geliebten Menschen.
Wie kann ich Gott riechen?
Wird sein Geruch vom Gestank der Schornsteine und Autoabgase überdeckt. Vielleicht muss ich auf eine Blumenwiese gehen oder die Luft direkt nach einem Regenschauer tief in meine Lunge saugen, wenn der Boden noch nass ist.
Fühlt sich Gott an wie die warme Haut des anderen, wenn sich zwei Menschen lieben?

Wenn wir versuchen Gott wahrzunehmen, so benutzen wir meist unseren Verstand. Was auch sonst: der scharfe Verstand ist es, der in unserer Welt zählt.

Aber nur mit unserem Verstand werden wir Gott nie erfassen können und das Unrecht und Leid in der Welt nicht begreifen.

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das gilt für alle unsere Sinne.

Zusammen mit unserem Herzen können wir vielleicht etwas von Gott sehen, fühlen, schmecken und riechen, überall auf dieser Welt, nicht nur in den schönen Dingen der Schöpfung.

Wenn wir den Sinn von Umwelt und Gewalt nicht begreifen, so können wir mit dem Herzen vielleicht etwas von der Qual und dem Schmerz fühlen, den auch Gott dabei empfindet.

Mit dem Herzen kann ich aber auch die Freude, das Mitgefühl und die Liebe Gottes begreifen. Dies gibt Kräfte zum Handeln, die der Verstand alleine uns nicht geben kann.

Nur mit dem Herzen wahrgenommen kann Gottes Botschaft frohe Botschaft für uns werden, denn mein Verstand braucht mein Gefühl um froh zu sein.

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