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Keine Herrschaft ist wie die unseres Gottes

von Martin Löwenstein SJ
(veröffentlicht in Entschluß, Wien 3/99)

Die Dreifaltigkeit Gottes ist das Fragezeichen hinter jeder menschlicher Herrschaft. Das Geheimnis der Trinität widerspricht dem Versuch, Herrschaft des Menschen über den Menschen göttlich zu legitimieren. Denn Gott herrscht dreifaltig.

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1. Breuning, Klaus: Die Vision des Reiches. Deutscher Katholizismus zwischen Demokratie und Diktatur (1929-1934). München: Max Hueber Verlag 1969.

2. Der bedeutende Staatsrechtler Carl Schmitt (Staat, Bewegung, Volk. Die Dreigliederung der politischen Einheit. Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt 1934, Seite 21) hat sogar die Formulierung des Konzils von Chalcedon bemüht, um die „Vielheit in Einheit" des Nationalsozialismus in Analogie zur Dreifaltigkeit Gottes darzustellen: „Die organisatorischen Grundlinien aber sind mit dem Dreiklang Staat, Bewegung, Volk gegeben und gehen folgerichtig dahin, dass Staat, Bewegung, Volk unterschieden, aber nicht getrennt, verbunden, aber nicht verschmolzen sind."

3. Denn vom Menschensohn hatte der Prophet Daniel geweissagt: „Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter." (Dan 7,14).

4. Vergleiche dazu den Aufsatz „Der Monotheismus als politisches Problem" (1935 erstmals erschienen) von Erik Peterson (in: Theologische Traktate. Ausgewählte Schriften Band 1. Mit einer Einleitung von Barbara Nichtweiß unter Mitarbeit von Ferdinand Hahn. Würzburg: Echter 1994. S. 23-81). Anregungen aus dem Werk von Peterson verdankt sich dieser Artikel.

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