Predigt zum 28. Sonntag im Lesejahr A 2002 (Matthäus)
13. Oktober 2002 - Dom St. Bartholomäus Frankfurt
Predigt
1. Das Gleichnis
- Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl des Königs trägt absurde Züge. Man muss versuchen, sich die Gleichnisgeschichte realistisch vorzustellen, um sofort zu merken, dass hier bewusst mehrfach die Handlung ins Absurde gedreht wird. Das bedeutet aber, dass Jesus Denkgewohnheiten aufbrechen möchte. Das allein macht auch verständlich, wie das Gleichnis in seiner Gewalt so hemmungslos sein kann.
- Ein König bereitet das Hochzeitsmahl für seinen Sohn vor. Das Ereignis des Jahres, an dem jedermann teilzunehmen
bestrebt sein wird - sollte man meinen. Als die Vorbereitungen abgeschlossen sind, stellt sich aber heraus, dass die
geladenen Gäste nicht wollen. Sie haben zu viel und zu wichtigstes zu tun, um am Fest der Feste teilzunehmen. Ja,
manche Eingeladenen reagieren auf die nachdrückliche Einladung mit Ablehnung und offenbarer Gewalt.
Daraufhin unterbricht der König die Vorbereitungen, schiebt das Fest auf, um erst einen Feldzug gegen diejenigen zu unternehmen, die die Boten misshandelt und getötet haben. Er legt - wie im Jahre 70 n.C. mit Jerusalem geschehen - ihre Stadt in Schutt und Asche. An dieser Stelle erweist sich das Gleichnis eine Deutung des historischen Schicksals der Stadt Jerusalem, die den Messias nicht angenommen hat. - Nun aber unternimmt der König einen neuen Anlauf. Er will das Fest feiern und lässt von überall her Menschen einladen.
Eingeladen sind ausdrücklich alle, "gute und böse", wie es heißt. Die Einladung ergeht bedingungslos. Von der Straße
weg bekommen die Leute die Einladung zu dem Fest, zu dem normalerweise nur auserwählte Ehrengäste eingeladen
werden.
Das Fest steigt, und als erster Höhepunkt zieht der König selbst in den Festsaal ein und begrüßt die unzähligen Gäste, wie es Brauch ist. Wir sollen uns wohl die bunteste Schaar aus aller Herren Länder vorstellen. Ob diese "Guten und Böse", von der Straße weg noch Zeit hatten, sich umzuziehen? Offensichtlich, denn nur einer hat es nicht für nötig empfunden. Als ihn der König sieht, stellt er ihn zur Rede. Das Verhalten dieses einen ist allem Anschein nach so unerhört, dass dieser selbst nichts zu seiner Entschuldigung vorzubringen hat. Er wird rausgeworfen in die Finsternis, wo er vor Ärger und Schmerz über sich selbst "heult und mit den Zähnen knirscht" - sich am liebsten in den Hintern beißen möchte, würden wir heute sagen.
2. Ladenschlusszeiten
- Aus der unrealistischen Geschichte macht Jesus ein Gleichnis. Die Geschichte soll uns zum Nachdenken bringen und in Bewegung setzen. Zu welchem Ziel?
- Sehen wir uns zunächst die geladenen Gäste ein, die nicht gekommen sind. Für mich ist das ein Volk ohne Ladenschlusszeiten. Die Leute sind fest davon überzeugt, dass ihnen alles jederzeit nicht nur zusteht, sondern auch zur Verfügung steht. Es gibt keine bestimmten Zeiten, sondern 24 Stunden, rund um die Uhr soll alles jederzeit möglich sein. Das Ziel ist die Abschaffung des Fernsehprogramms: jeder Film kann jederzeit gewählt und heruntergeladen werden. Die Abschaffung des Ladenschlusses: wer gutes Geld bezahlt, soll jederzeit alles einkaufen können. Die Abschaffung der Entfernung: wenn mir danach ist, kann ich überall Urlaub machen, der Flughafen das Tor zur Welt. Diese Mentalität schlägt durch. Jeder hat ein Anrecht darauf, frei über sich selbst zu bestimmen. Der Kunde ist König und König ist jeder.
- Die schockierende Spitze sind jene Geladenen, die die Einladung nicht nur ausschlagen, die die Boten des Königs nicht nur zurückweisen, sondern Gewalt ausüben. Sie ertragen nicht die Botschaft, dass jetzt der Zeitpunkt ist. Sie wollen nicht wahrhaben, dass es eben nicht so ist, dass ich jederzeit alles haben kann und jederzeit ein Recht auf alles habe. Bei ihnen zeigt diese Haltung ihr gewalttätiges Gesicht. Denn sie zerstören mit ihrer Haltung die Möglichkeit des Festes. Das Fest aber ist nichts anderes als die Fülle des Lebens.
3. Eingeladen zum Fest des Lebens
- Der zweite Teil des Gleichnisses handelt von jenen, die - seien sie Gute, seien sie Böse - von der bedingungslosen
Einladung des Königs erreicht werden. Sie hätten sich wohl nicht ausgerechnet, zu dem Fest des Lebens zugelassen zu
werden. Sie zählen sich nicht zu den Spitzen der Gesellschaft und den Herrschaften ganz oben. Ob sie realisieren, welch
großartiges Geschenk ihnen gemacht wird? Ich weiß es nicht.
Das kann ein langer Prozess sein zu entdecken, dass ich an etwas Wunderbarem teilhabe. Es kann ein langer Weg sein zu merken, dass die bedingungslose Liebe Gottes mich meint, ob ich gut oder böse bin. Aber die Leute sind alle dabei bei dem Fest im großen Saal und feiern sich ins Leben.
Außer einem. Einen trifft der König an, der die Einladung angenommen hat, aber kein festliches Gewand trägt. Es ist der eine, der das Fest zurückweist. Äußerlich meint er dabei zu sein. Aber er feiert nicht selbst, sondern lässt andere für sich feiern. Er trägt nicht den Glanz des Festgewandes, sondern die Bitternis des Zynismus. Man muss es tragisch nennen, aber er merkt nicht, dass er gewaltsam in das Fest eindringt und es von innen her zerstört. Er macht seine witzig gemeinten Grenzverletzungen über die Eigenarten und Schwächen der anderen. Ihm ist nichts Heilig. Er schlägt auf das, was anderen heilig und wertvoll ist ein und fragt dann vorwurfsvoll: Warum sagst Du "Aua"? Er sitzt mit am Tisch und zerstört mit seinen ironischen Nebenbemerkungen, woran sich die anderen freuen wollen. - Das Gleichnis macht es uns nicht leicht. Es spricht eine klare Sprache. Jesus spricht aber so, nicht um uns Lasten aufzulegen, sondern um das Entscheidende zu retten. Grundlage der Einladung ist die bedingungslose Liebe Gottes - für jeden. Wer diese Grundlage angreift, wer drinnen sitzt und dennoch die Festgemeinde wieder gliedern will nach Guten und Bösen, neue Grenzen aufbauen, wo der König jede erniedrigende Grenze niedergerissen hat, der mag nicht merken, was er tut, aber er zerstört vor allen sich selbst, aber eben auch den anderen und das Fest. Uns mag die Reaktion des Königs erschrecken, wenn er den unfestlich Gekleideten in die Einsamkeit der Finsternis werfen lässt. Es geschieht aber nichts anderes als: Der König gibt den Schmerz zurück, den dieser eine allen anderen zufügt.
- Die Tatsache, dass Jesus uns dieses Gleichnis erzählt, ist die Frohe Botschaft, das Evangelium. Die Augen werden geöffnet, die Denkgewohnheiten aufgebrochen. Denn Jesus will uns befreien von dem, was uns hindert, das Fest des Lebens zu feiern. Begreifen können wir das nur, wenn wir entdecken, dass das doch das Zentrale ist: Die Einladung des Königs ist keine Last, die uns aufgeladen wird, und nicht ein Katalog von Forderungen, die wir erfüllen müssen, sondern ein wunderbares Geschenk: Der König will mit uns feiern, mit Guten und Bösen. Amen.
Fürbitten
P: Gott, du lädst uns, Gute wie Böse, ein zu deinem Hochzeitsmahl. Erhöre unsere Bitten:
V: Für die Kirche. Lass sie zu einem Ort werden, an dem die Menschen erfahren, dass du alle einlädst zur Gemeinschaft an
Deinem Tisch. Herr, unser Gott.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
V: Für die Menschen, die deinem Wort gleichgültig
gegenüber stehen. Hilf ihnen zu erkennen, dass du es bist, der sie ruft
und dass nur die Gemeinschaft mit dir das Leben trägt und erneuert. Herr,
unser Gott.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
V: Für uns, die wir heute versammelt sind.
Befreie uns von falscher Selbstsicherheit, und lass uns die Gemeinschaft, die
wir hier erfahren, auch im Alltag leben. Herr, unser Gott.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
V: Für die Opfer der Gewalt. Sei bei ihnen,
damit sie statt aufgrund der Erfahrung von Gewalt zu verbittern, sich einsetzen
für Frieden und Versöhnung. Herr, unser Gott.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
V: Für unsere Verstorbenen, besonders für
Jakob von Metzler. Lass sie teilhaben am Hochzeitsmahl der ewigen Herrlichkeit.
Herr, unser Gott.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
P: Wir danken dir, allmächtiger Gott, dass
du uns in deine Nähe gerufen und unsere Bitten angenommen hast. Lass uns
immer bei dir bleiben durch Christus, unseren Herrn.
A: Amen.
- Predigt Polnisch
| 1. Lesung Iz 25,06-10a 2. Lesung Flp 04,12-14.19-20 Evangelium Mt 22,1-14 |
1. Strój cynika
Przypowieść o uczcie weselnej ma w sobie posmak nonsensu . Wystarczy realistycznie wyobrazić sobie historię opowiedzian? w przypowieści, by zauważyć, że cała akcja świadomie i wielokrotnie doprowadzana bywa aż do granic absurdu. Ale oznacza to, że Jezus tym zabiegiem chciał przełamać utarte sposoby myślenia i nasze przyzwyczajenia.
Oto pewien król przygotowuje ucztę weseln? dla swojego syna. Można by s? dzić, że jest to wydarzenie roku, w którym każdy człowiek chciałby wzi? ć udział. Jednak kiedy przygotowania dobiegaj? końca, okazuje się, że zaproszeni goście wcale nie maj? ochoty przybyć na ucztę. Maj? zbyt dużo ważnych spraw do zrobienia, aby nadto udawać się jeszcze na jakieś święto. Niektórzy zaproszeni na wyraźne zaproszenie reaguj? jawn? przemoc? i odrzuceniem. Wobec tego król przerywa przygotowania i zawiesza ucztę weseln? , by rozprawić się z tymi, którzy znieważyli i zabili jego posłańców. Monarcha obraca ich miasto w perzynę podobnie jak miało to miejsce w Jerozolimie w 70 r. po Chr.
Monarcha podejmuje jeszcze jedn? próbę. W dalszym ci? gu chce obchodzić święto. Ale teraz każe zapraszać zewsz? d ludzi wszelkiego autoramentu: "dobrych i złych" - jak zauważa Ewangelia. Na zaproszenie można odpowiedzieć, bez konieczności spełnienia jakichkolwiek warunków. Ludzie z ulicy otrzymuj? zaszczyt uczestnictwa na uczcie, którego normalnie dostępuj? tylko wybrani i zasłużeni goście.
Uczta nabiera rozpędu. Punktem szczytowym jest przybycie na salę samego króla, który pozdrawia niezliczonych gości, co było wówczas w zwyczaju. Możemy sobie wyobrazić zastępy gości z rozmaitych krajów. Czy jednak owi "dobrzy i źli" mieli w ogóle czas, aby się przebrać? Najwyraźniej tak, ponieważ tylko jeden z nich uznał, że nie jest to potrzebne. Kiedy król zbliża się do gościa bez właściwego stroju, ż? da od niego wyjaśnień. Zachowanie owego gościa jest według wszelkich znaków tak niebywałe, że nie jest on w stanie przedstawić żadnej racji, aby wytłumaczyć się z tej kłopotliwej sytuacji. Wobec tego zostaje wyrzucony w ciemności, gdzie pełen złości i bólu "płacze i zgrzyta zębami" i najchętniej ugryzłby się w pośladki - jakbyśmy powiedzieli dzisiaj.
2. Godziny zamknięcia sklepów
Z niezbyt realistycznej historii Jezus tworzy przypowieść. Opowiadanie to powinno zmusić nas do myślenia i poruszyć. Ale do czego?
Przypatrzmy się najpierw tym zaproszonym gościom, którzy nie przybyli na ucztę. Według mnie mamy tutaj do czynienia z ludźmi, dla których nie istniej? godziny otwarcia i zamknięcia sklepów. Tacy ludzie s? mocno przekonani, że im nie tylko wszystko należy się w każdym czasie, ale także jest do ich dyspozycji. Nie ma jakiegoś określonego czasu na załatwienie lub kupno tego lub owego, lecz przez 24 godziny, na okr? gło, wszystko winno być możliwe i w zasięgu ręki. Dla przykładu, po co krępować się jakimś programem telewizyjnym, czy nie lepiej wprowadzić możliwość wyboru dowolnego filmu w każdym czasie? Albo co stoi na przeszkodzie temu, żeby ten, kto dobrze zapłaci, mógł o każdej porze udawać się na zakupy? Albo jeśli najdzie mnie ochota, czyż nie mogę spędzić urlopu gdziekolwiek? Lotnisko staje się dzisiaj bram? do wielkiego świata. Ta mentalność szerzy się coraz bardziej. Każdy ma prawo do tego, aby w sposób nieskrępowany decydować o sobie. Klient jest królem i każdy jest królem.
Szokuj? c? grup? s? ci goście, którzy nie tylko że odrzucaj? zaproszenie, lecz dopuszczaj? się przemocy wobec posłańców króla. Nie mog? znieść nowiny, że właśnie w tym momencie nadszedł dla nich właściwy czas. Nie chc? przyj? ć do wiadomości, że nie jest tak, iżby człowiek w każdym czasie mógł mieć i robić wszystko. W ich przypadku to przekonanie jest tak przemożne, że aż uciekaj? się do przemocy. Swoim zachowaniem pozbywaj? się możliwości świętowania. A uczta weselna jest niczym innym jak pełni? życia.
3. Zaproszeni na święto życia
Druga część przypowieści traktuje o tych – dobrych i złych, którzy odpowiedzieli na bezwarunkowe zaproszenie króla. Prawdopodobnie nawet nie liczyli się z tym, że zostan? dopuszczeni na święto życia. Nie zaliczaj? się do elity społeczeństwa i do tych z najwyższej półki. Czy w ogóle zdaj? sobie sprawę, jak bardzo zostali obdarowani? Nie wiadomo. Nieraz może upłyn? ć wiele czasu zanim odkryję, że mam udział w czymś wspaniałym. Mogę przejść dług? drogę, zanim zauważę, że bezwarunkowa miłość Boga dosięga także mnie, bez względu na to, czy jestem dobry, czy zły. Tak czy owak wszyscy ludzie s? razem w dużej sali i świętuj? życie.
Poza jedn? osob? . Król napotyka kogoś, kto wprawdzie przyj? ł zaproszenie, ale nie ma na sobie świ? tecznego stroju. Jest to człowiek, który odrzuca świętowanie. Na pozór wydaje mu się, że świętuje, bo jest tam razem z innymi. Ale w gruncie rzeczy on sam nie świętuje. Pozwala tylko innym świętować. Nie bije do niego blask świ? tecznego stroju, lecz gorycz cynizmu. Jest to swoista tragedia. Człowiek ów nie zauważa, że wdziera się na ucztę sił? i niszczy j? niejako od środka. Obraża współbiesiadników i robi sobie głupie żarty ze słabości i osobliwości innych. Nic dla niego nie jest święte. Uderza w to, co dla innych jest święte i wartościowe, a potem pełen wyrzutu pyta: „Dlaczego mówisz „au”?Siedzi z innymi przy stole i swoimi przytykami oraz ironicznymi uwagami niszczy to, z czego inni chc? się cieszyć.
Przypowieść wcale nie jest dla nas lekka. Używa bardzo jasnego języka. Jezus mówi w ten sposób nie po to, aby obci? żyć nas dodatkowym ciężarem, lecz aby uratować to, co najważniejsze. Podstaw? zaproszenia jest bezwarunkowa miłość Boga – dla każdego. Kto chwyta się tej podstawy, kto siedzi w środku, ale nadal chce dzielić świętuj? c? wspólnotę na dobrych i złych, d? ży do zbudowania nowych murów, podczas gdy król zniszczył każdy upokarzaj? cy mur, ten może nie zauważyć, co czyni. Jednak w ten sposób niszczy przede wszystkim samego siebie, ale też innych i dobr? atmosferę uczty. Być może przeraża nas nieco reakcja króla, kiedy każe wyrzucić byle jak ubranego biesiadnika w samotność ciemności. Ale nie dzieje się tutaj nic innego jak tylko to, że król oddaje mu ten ból, który nieszczęśnik przysporzył wszystkim innym.