Predigt zum 2. Weihnachtsfeiertag/Stephanus 2025
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26.12.2025 - St. Nikolaus, Langeoog
1. Die Geste des Kindes in der Krippe
- Wer genau hinschaut, sieht: Das Kind liegt in einer Haltung, die für ein Neugeborenes ungewöhnlich ist. Die Arme sind weit ausgebreitet – eine Geste, die kleine Babys kaum können. Auch die Beine liegen fast parallel, leicht angewinkelt, manchmal übereinander. Das ist kein Zufall.
- Diese Haltung deutet an, was kommen wird: Jesus öffnet die Arme, um alle Menschen einzuladen.
- Und er wird sie noch einmal ausbreiten – am Kreuz. So ist in der Krippe immer schon ein Schatten von Karfreitag.
2. Vertrauen auf Gott – gefährdet und befreiend
- Weihnachten zeigt uns Gottes Liebe in Verletzlichkeit. Doch wo Gott sich so zeigt, fühlen sich Menschen in ihrer Macht bedroht. Das Fest des heiligen Stephanus erinnert uns: Vertrauen auf Gott ist nie ungefährlich. Menschen wollen, dass wir dem Geld, der Macht, den Königen vertrauen. Aber wir sagen: „Mein letztes Vertrauen gilt Gott.“
- Dieses Vertrauen macht frei. Es verbindet uns mit Gott. Und es kann Widerstand hervorrufen – im Großen wie im Alltag, wo wir auf der Seite derer stehen, die verspottet werden.
- Jesus sagt: „Um meinetwillen werdet ihr vor Stadthalter und Könige geführt werden.“ Wer sich in die Schule des Vertrauens nehmen lässt, erfährt: Gott trägt.
3. Der offene Himmel – und der Menschensohn
- Stephanus sieht den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes. Das heißt: Gott sehen nie ohne den Menschen, den er an seiner Seite haben will. Das Kind in der Krippe gehört zu Gott – seit diesem Tag.
- Die Mächtigen können Stephanus das Leben nehmen, aber nicht die Erfahrung, dass Gott den Menschen annimmt. Und diese Erfahrung machen viele: Mitten in Bedrängnis spüren sie Frieden. Das letzte Wort des Stephanus ist ein Gebet: „Herr, vergib ihnen; sie wissen nicht, was sie tun.“
- Weihnachten ist ein Fest für das Leben. Es hilft uns, das Leben zu verstehen. Es erinnert uns: Wir dürfen Gott vertrauen, der dieses Leben mit uns lebt.