Predigten von P. Martin Löwenstein SJ

Kinder-Predigt zum Hochfest Allerheiligen 2009

1. Beten

  • Manchmal passiert es mir beim Beten, dass ich vor allem an das denke, was ich alles kann. Das darf ruhig mal sein, weil es ja Gott ist, der mich geschaffen hat und mir meine Fähigkeiten geschenkt hat. Dafür darf ich Gott danken. Aber für das Gebet ist es trotzdem nicht genug.
  • Denn erstens kann ich dadurch hängen bleiben bei dem, was ich jetzt bin und mache. Dann vergesse ich, dass Gott vielleicht mit mir noch viel mehr vorhat, was ich mir derzeit noch gar nicht vorstellen kann.
  • Und zweitens ist es schade, wenn ich beim Beten nur an mich selber denke. Beten verbindet nämlich nicht nur mit Gott, sondern auch mit allen anderen Menschen, die beten. Beten kann mich sogar mit allen Menschen verbinden.

2. Himmelreich

  • Deswegen sagt Jesus am Anfang der Bergpredigt "Selig, die arm sind vor Gott, den ihnen gehört das Himmelreich." Arm sind Menschen, die nichts besitzen. "Arm vor Gott" sind wir, wenn wir uns vor Gott nicht groß tun, sondern uns ganz offen und leer machen.
  • Wenn ich meine Hände mit lauter Sachen voll habe, kann ich nichts mehr empfangen. Wenn ich in meiner Seele vor Gott nur an mich selbst denke, kann Gott mir nichts schenken.
  • Gott aber will uns das "Himmelreich" geben. Gott will uns erleben lassen, dass wir nicht allein sind, sondern zu seinem Reich gehören. Gott kann uns die Freude und die Kraft schenken, die vom Himmel kommt. Diese Freude und Kraft erfahren wir, wenn wir ganz still vor Gott werden. Wir erfahren sie aber auch, wenn wir mit all den Menschen zusammen sind, die durch die Taufe auch zu Gott gehören und die mit uns zusammen Gottesdienst feiern. Große und Kleine, Menschen mit verschiedener Sprache und Hauptfarbe, Menschen mit vielen verschiedenen Fähigkeiten und Gaben, sie sind das Geschenk Gottes für uns. Sie lassen uns erleben, was Himmelreich bedeutet - und dass auch ich dort einen Platz haben darf.

3. Allerheiligen

  • Heute feiern wir ein besonderes Fest. Wir feiern, dass in dieser Gemeinschaft Gottes nicht nur die Menschen sind, die wir hier in der Kirche sehen. Es sind nicht nur die Menschen, die heute auf der ganzen Welt den Sonntag feiern. Es sind auch alle Menschen, die früher gelebt haben und die jetzt ganz nahe bei Gott sind: im Himmel. Das ist das Fest Allerheiligen.
  • Jesus ist am Kreuz gestorben. Aber wir wissen: Deswegen ist er nicht tot. Er hat so sehr auf Gott vertraut und war so sehr in der Liebe Gottes, dass er für immer lebt. Er lebt bei Gott. Er ist ganz verbunden mit Gott. Und weil Jesus alle Menschen liebt, lädt er alle ein, seine Schwestern und Brüder zu sein. Dann können sie jetzt, hier auf der Erde schon eine Gemeinschaft der Liebe werden, und selbst wenn sie sterben, werden sie nicht tot sein, sondern mit Jesus leben.
  • Die Heiligen im Himmel leben mit Jesus. Jeder von uns hat in der Taufe einen Heiligen als Namenspatron bekommen. Unser Heiliger denkt besonders an uns und betet für uns. Weil er ganz nahe bei Jesus ist, hilft er uns durch sein Gebet, dass auch wir die Liebe von Jesus erfahren. Die Liebe verbindet Menschen. Und Menschen, die einander lieben, beten für einander.

Deswegen haben wir die Erwachsenen gebeten, ihren Namen auf einen Zettel zu schreiben. Jeder von Euch kann jetzt für einen anderen aus unserer Gemeinde beten. Das ist jetzt eure Aufgabe als Kinder: Für uns alle zu beten, so, wie die Heiligen im Himmel für uns beten.

Kind: Gott, ich bitte dich für N.
Liedruf alle: Wir bitten dich, du Guter Gott, und alle Heiligen im Himmel beten mit uns.